Die erektile Dysfunktion (erektile Impotenz) ist eine Form der Potenzstörung und liegt dann vor, wenn ein Mann dauerhaft unfähig ist, eine Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr notwendig ist.
Von erektiler Dysfunktion sind etwa 50 Prozent der über 40-jährigen Männer zumindest zeitweise betroffen. Der Anteil nimmt mit steigendem Lebensalter zu.
Die Ursachen für Impotenz sind vielfältig. Psychische Faktoren kommen ebenso in Frage wie innere Erkrankungen, Hormonstörungen, Nervenschädigungen sowie Nebenwirkungen bestimmter Medikamente. Dabei kann eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion (Versteifung) des Penis nicht oder nur teilweise erreicht und aufrecht erhalten werden.
Die Therapie einer erektilen Dysfunktion besteht einerseits aus psychologischer Betreuung, andererseits kann die Erektion mit Spritzen, Tabletten, mechanischen Hilfsmitteln oder einem Harnröhrenapplikator gefördert werden. Die medikamentöse Behandlung muss aufgrund möglicher Gegenanzeigen und Nebenwirkungen unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.
Von erektiler Dysfunktion (erektiler Impotenz) sind etwa 50 Prozent der über 40-Jährigen Männer zumindest zeitweise betroffen. Der Anteil nimmt mit steigendem Lebensalter zu. Ist die erektile Dysfunktion schon immer vorhanden gewesen, spricht man von einer primären Erektionsstörung. Tritt die erektile Dysfunktion spontan oder in bestimmten Situationen auf, spricht man von einer sekundären Erektionsstörung.
Es gibt zwei verschiedene Formen der erektilen Dysfunktion:
* Impotentia coeundi
* Impotentia generandi
Impotentia coeundi
Unter Impotentia coeundi versteht man die Unfähigkeit, den Beischlaf auszuüben. Dabei kann beim Mann keine ausreichend lange Erektion (Versteifung des Glieds) für den Beischlaf erreicht werden. Diese Störung sollte für mindestens 6 Monate bestehen. Man spricht in diesem Fall von erektiler Dysfunktion. Neben der erektilen Dysfunktion treten häufig zeitgleich Ejakulationsstörungen auf (ejakulatorische Impotenz). Hierbei kann der Zeitpunkt des Orgasmus nicht kontrolliert werden. In der Regel kommt es häufiger zum vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio praecox) als zum verzögerten Samenerguss (Ejaculatio retarda). Ein vorzeitiger Samenerguss kann darüber hinaus auch als Ursache oder Folge der erektilen Dysfunktion betrachtet werden. Eine derartige Erektionsstörung kann Lebensqualität und Wohlbefinden des Betroffenen sowie des Lebenspartners erheblich einschränken.
Auch Frauen können von Impotentia coeundi betroffen sein. Bei ihnen ist ebenfalls die Erregung gestört, was sich in unzureichender Feuchtigkeit der Vagina äußern kann.
Impotentia generandi
Fehlt die Fähigkeit zur Fortpflanzung, so spricht man von einer Impotentia generandi oder Sterilität (Zeugungsunfähigkeit bei Männern, Unfruchtbarkeit bei Frauen).
Die Ursachen für erektile Dysfunktion (erektile Impotenz) sind vielfältig und treten meist kombiniert auf. Bei jüngeren Männern überwiegen psychische gegenüber körperlichen Ursachen. Dagegen steigt bei fortschreitendem Alter der Anteil körperlicher Ursachen an.
Die Ursachen für erektile Dysfunktion können in arteriellen oder venösen Durchblutungsstörungen liegen sowie nervlich oder hormonell bedingt sein. Zu den möglichen Ursachen zählen:
* Durchblutungsstörungen
* erhöhter Blutzucker (Diabetes mellitus)
* Entzündungen von Hoden, Nebenhoden und Prostata
* Hormonstörungen
* Querschnittslähmung
* Multiple Sklerose
* unbewältigte Konflikte
* Leistungsdruck mit Versagensängsten
* Alkohol
* Nikotin
* Depressionen
* chronisches Nierenversagen
* chronisches Leberleiden
* vorhergehende Gefäßoperationen im Bauchraum
* Blasen- und Darmoperationen
* Bestrahlung im kleinen Becken
Auch Medikamente können erektile Impotenz hervorrufen:
* Magen-Darm-Mittel (Cimetidin, Ranitidin)
* Herzmedikamente (Digitalis, Propafenon, Verapamil)
* entzündungshemmende Medikamente (Kortison)
* Medikamente zur Entwässerung (Thiazide, Spironolacton)
* Blutdruck senkende Medikamente (Clonidin, Dihydralazin)
* Haarwuchsmittel (Finasterid)
* Medikamente gegen Depressionen (Antidepressiva)
* angstlösende Medikamente, sog. Tranquilizer (Phenothiazine, Butyrophenone, Thioxanthene)
* Betablocker (Propranolol, Atenolol)
* Antiandrogene
* Östrogene
Erektile Impotenz (erektile Dysfunktion) äußert sich dadurch, dass sich das männliche Glied für einen befriedigenden Sexualverkehr nicht ausreichend versteift beziehungsweise dass die Erektion nicht aufrecht erhalten werden kann. Teilweise können der Orgasmus oder der Samenerguss nicht kontrolliert werden oder verlaufen unabhängig voneinander. Es kann zum vorzeitigen Samenerguss (Ejaculatio praecox) oder zum verzögerten Samenerguss (Ejaculatio retarda) kommen.
Wichtig in der Diagnose von erektiler Dysfunktion (erektile Impotenz) ist die Patientenbefragung (Anamnese). Aufgrund der vielfältigen möglichen Ursachen muss neben der körperlichen Untersuchung und der Untersuchung der Blutwerte immer auch die soziale Komponente berücksichtigt werden.
Um die Ursachen einzugrenzen, werden für die Diagnostik von erektiler Dysfunktion besondere Verfahren eingesetzt.
Beim gesunden Mann treten in den Tiefschlafphasen unwillkürliche Erektionen auf. Diese lassen sich mithilfe von Messgeräten nachweisen. In diesen Fällen ist die Ursache der erektilen Dysfunktion vermutlich keine körperliche Störung.
Wenn ein männliches Sexualhormon (aus der Gruppe der Prostaglandine) in einen Schwellkörper gespritzt wird (Schwellkörperinjektionstest, SKIT), kann für gewöhnlich eine Erektion erreicht werden. Wenn für eine länger anhaltende Erektion bereits geringe Menge ausreichen, können ernste gefäßbedingte Ursachen für eine Erektionsstörung mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden.
Mittels Ultraschall (farbkodierte Dopplersonographie) kann nun die Durchblutung des Glieds überprüft werden und Aufschluss darüber geben, ob eine gefäßbedingte Ursache vorliegt.
In besonderen Fällen kann die arterielle Blutversorgung des Penis mithilfe von Kontrastmitteln im Röntgenbild dargestellt werden. Hierbei wird zunächst mit Medikamenten eine Erektion hervorgerufen, wird über die Schwellkörper Kontrastmittel eingebracht und anschließend mit Röntgenstrahlung auf einem bewegten Röntgenfilm der Abfluss aus den Schwellkörpern verfolgt und dokumentiert.
Ist der Blutabfluss über die Venen krankhaft gesteigert, kann eine Kavernosonographie durchgeführt werden. Dabei wird Flüssigkeit in die Schwellkörper gepumpt und gemessen, bei welchem Zustrom eine Erektion aufrecht erhalten werden kann.
Neurogene Störungen, also Störungen der Nervenversorgung im Penis, können durch elektrische Reize erkannt werden. Dieser Test ist besonders bei Diabetikern von großer Bedeutung.
Die Behandlung von körperlich bedingter erektiler Dysfunktion (erektile Impotenz) kann medikamentös erfolgen oder über verschiedene Hilfsmittel. In seltenen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff nötig. Begleitend zur Therapie der erektilen Dysfunktion sollte psychologische Betreuung in Anspruch genommen werden. Die Therapie von psychisch bedingter erektiler Dysfunktion sollte zunächst in einer Psychotherapie bestehen.
Erektile Impotenz medikamentös behandeln
Mithilfe verschiedener Medikamente können Männer heutzutage erektile Dysfunktion medikamentös behandeln und so eine Erektion erreichen und aufrecht erhalten. Selektive Phosphodiesterasehemmer beispielsweise führen zu einer direkten Durchblutung des Penis. Sildenafil, Tadalafil sowie Vardenafil sind die bekanntesten Wirkstoffe. Die Einnahme erfolgt vor dem geplanten Sexualverkehr und nicht häufiger als einmal in 24 Stunden.
Da es zu Wechselwirkungen und Nebenwirkungen kommen kann, sind Potenzmittel verschreibungspflichtig. Nebenwirkungen können Kopfschmerzen und Schwindel, Hautrötung mit Hitzegefühl, Sehstörungen sowie eine verstopfte Nase sein.
Vereinzelt werden auch die Wirkstoffe Apomorphin und Yohimbin verabreicht.
Komplikationen
Besonders Sildenafil kann zu einer Blutdrucksenkung führen und damit die Wirkung blutdrucksenkender Medikamente verstärken. Die gleichzeitige Einnahme von Nitraten (z.B. bei Herzpatienten) oder Molsidomin kann lebensbedrohlich sein und muss daher vermieden werden. Außerdem sollte beachtet werden, dass jegliche sexuelle Aktivität auch ohne die Verwendung von Medikamenten mit einer Belastung des Herz-Kreislauf-Systems einhergeht. Personen mit Herzinsuffizienz, Brustenge (Angina pectoris), einem kürzlich erlittenen Schlaganfall oder einem Herzinfarkt sollten keine Potenzmittel verwenden.
Alle derzeit auf dem Markt erhältlichen Medikamente gegen erektile Dysfunktion sind verschreibungspflichtig und sollten genau nach den Angaben des Arztes eingenommen werden.
Schwellkörper-Autoinjektionstherapie
(Stand: 18. Juni 2009)
Bei der Schwellkörper-Autoinjektionstherapie wird ein gefäßerweiternder Wirkstoff (Alprostadil) in einen Schwellkörper des Penis injiziert. Die Injektion kann nach Erlernen vom Betroffenen selbst vorgenommen werden. Bei sachgerechter Anwendung sind die Nebenwirkungen gering. Wird die Injektion vom Betroffenen selbst durchgeführt, sollte alle drei Monate eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Die Schwellkörperinjektion ist nicht schmerzhaft. Sie wird mit einer extrem dünnen Kanüle durchgeführt. Die Verwendung von Fertigspritzen erleichtert die Handhabung
Penis
Anwendung der Autoinjektionstherapie
Komplikationen
Bei der Anwendung der Autoinjektionstherapie kann es zu Nebenwirkungen wie Blutergüsse, Penis- und Erektionsschmerzen und Schwellkörperinfektionen kommen.
Personen, die von Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Geschlechtskrankheiten und Sichelzellenanämie betroffen sind oder innerhalb des letzten Jahres einen Herzinfarkt hatte, sollten die Schwellkörper Autoinjektionstherapie nicht anwenden.
In seltenen Fällen kann bei der Schwellkörperinjektion ein Priapismus auftreten. Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Erektion, die länger als zwei Stunden anhält und ärztlich behandelt werden muss. Unbehandelt führt ein Priapismus zu einer Fibrose (Verhärtung) und dauerhafter erektiler Dysfunktion.
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit bei erektiler Dysfunktion (erektile Impotenz) besteht aus einem stäbchenförmigen Applikator aus Kunststoff. Dieser Applikator enthält ein 1,4 Millimeter dickes Stäbchen, welches den Wirkstoff Alprostadil enthält. Nach dem Wasserlassen wird der Applikator in die Harnröhre eingeführt. Durch Knopfdruck wird der Harnröhrenstab, der den Wirkstoff enthält, in die Harnröhre abgegeben.
Nach Entfernung des Applikators wird der Penis zwischen den Handflächen gerollt, damit sich der Wirkstoff in der Harnröhre auflösen, verteilen und durch die Harnröhrenwand aufgenommen werden kann. Durch das resorbierte Alprostadil entspannt sich die glatte Muskulatur, die Durchblutung wird gesteigert und es kommt zur Erektion.
Komplikationen
Bei dieser Methode können Nebenwirkungen wie Schmerzen, Kopfschmerzen, Harnröhrenverletzungen, Schwindelanfälle, Blutdruckabfall und kurze Bewusstlosigkeit eintreten. Bei zuvor aufgetretenen anhaltenden schmerzhaften Erektionen (Priapismus), Blutgerinnungsstörungen sowie Harnröhrenentzündungen sollte auf diese Methode nicht zurückgegriffenwerden.
Erektile Dysfunktion (erektile Impotenz) wird häufig durch Leistungsdruck und Erwartungshaltungen in der Sexualität verursacht. Mit der Zeit können Versagensängste entstehen, welche die erektile Dysfunktion noch verstärken. Daher ist es wichtig, dass beide Partner Methoden erlernen und der Erfolgsdruck vermindert wird. Die Art der Behandlung ist auf jeden Patienten individuell ausgerichtet.
Bypass-Operation
In seltenen Fällen, wie bei Verletzungen oder Gefäßverschlüssen, kann eine Bypass-Operation sinnvoll sein. Dabei wird eine neue Verbindung für das ausgefallene Gefäß geschaffen.
Vakuumpumpen
Vakuumpumpen sind bei allen Formen von erektiler Dysfunktion anwendbar. Sie bestehen aus einem durchsichtigen Kunststoffzylinder, der über einen Schlauch mit einer Handpumpe verbunden wird. Über das Zylinderende wird ein stramm sitzender Gummiring gezogen. Anschließend wird der Zylinder auf den Penis aufgesetzt. Die Pumpe erzeugt im Zylinder einen Unterdruck, der Penis füllt sich mit Blut und es kommt zur Erektion.
Anschließend wird der auf dem Kunststoffzylinder sitzende Gummiring auf die Peniswurzel abgestreift. Dies verhindert, dass das Blut wieder abläuft und erhält so die Erektion. Wird der Ring nach dem Verkehr entfernt, lässt die Erektion wieder nach. Bei dieser Methode besteht jedoch die Gefahr von Durchblutungsstörungen im Penis. Daher sollten Vakuumpumpen nicht angewendet werden, wenn Priapismus, Durchblutungsstörungen, oder andere Erkrankungen des Bluts vorliegen.
Penisimplantat
Patienten, bei denen medikamentöse oder mechanische Verfahren zur Behandlung der erektilen Dysfunktion versagen, bleibt oft nur noch ein Penisimplantat. Operativ wird in den Penis eine Prothese aus Kunststoff eingesetzt. Man unterscheidet so genannte semirigide Implantate von hydraulischen Penisprothesen. Semirigide Implantate sind kosmetisch unbefriedigend, weil sie zu einer Dauererektion führen. Hydraulische Implantate dagegen können vom Patienten selbst über eine Blase, die in den Hodensack implantiert wird, aufgepumpt werden.
Komplikationen
Das Einsetzen eines Penisimplantats ist aufgrund des komplizierten Mechanismus aufwendig. Als unerwünschte Nebenwirkungen können Verhärtungen (Fibrosen) und Infektionen auftreten. Bei der Prothesenimplantation werden die Schwellkörper teilweise entfernt. Der Zustand vor dem Eingriff kann deshalb nach einer derartigen Operation nicht wiederhergestellt werden.
Der Verlauf der erektilen Dysfunktion (erektile Impotenz) ist abhängig davon, in welchem Maß die Ursache therapiert werden kann. Die Wirksamkeit der zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten hängt demnach eng mit der jeweiligen Ursache zusammen.
Im Gegensatz zu einer erektilen Dysfunktion aufgrund körperlicher Ursachen ist eine erektile Dysfunktion aus psychischen Gründen meist ein vorübergehendes Problem.
Erektile Dysfunktion (erektile Impotenz) kann verschiedenste Ursachen haben. Daher ist es nur bedingt möglich, erektiler Dysfunktion vorzubeugen.
Wie bei allen anderen Krankheiten auch sollte allgemein vorbeugend auf eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung geachtet werden und Übergewicht, Nikotin und übermäßiger Alkoholkonsum sollten vermieden werden.
Darüber hinaus ist es wichtig, sich selbst beziehungsweise den Partner nicht unter Druck zu setzen, da dies die Probleme vertiefen und zu einem Teufelskreis führen kann.